Was ist ein Beihilfeberater

Was ist ein Beihilfeberater und welche Aufgaben nimmt er wahr? Diese Frage können vor allem Beamte beantworten, denn die treten mit Beihilfeberatern in Kontakt.

Beihilfeberater unterstützen Beamte bei Beihilfeangelegenheiten. Sie übernehmen auch die Vertretung gegenüber Krankenversicherungen und Ärzten und beraten, wenn es darum geht Ansprüche gegenüber sonstigen Kostenträgern geltend zu machen. Beihilfeberater arbeiten selbstständig oder im Beamtenverhältnis.

Zu den Hauptaufgaben eines Beihilfeberaters gehört die vorausschauende Beratung in Sachen optimale Kostenerstattung, der Erstellung von Beihilfe- und Krankenkassenanträgen, Kostenübernahmeerklärungen bei Klinikaufenthalten, der anschließenden Überprüfung von Beihilfebescheiden und Erstattungsmitteilungen der Krankenkassen sowie der Vertretung des Mandanten in Streitfällen mit den Beihilfestellen und durch einen zu beauftragenden Prozessbevollmächtigten vor dem Verwaltungsgericht. Beihilfeberater überprüfen Arzt- sowie Zahnarztrechnungen, Heil- und Kostenpläne (Zahnersatz), Heilpraktikerrechnungen und erstattungsfähige Medikamente und Heilbehandlungen, zu denen unter anderem Physiotherapie gehört. Darüber hinaus ordnen sie die überprüften Belege den entsprechenden Kostenträgern, also der Krankenkasse, der Unfallkasse oder der Beihilfestelle, zu. Auch die Zuordnung von Hilfs- und Heilmitteln nach dem Hilfsmittelkatalog gehört zu den Aufgaben eines Beihilfeberaters.

Beihilfeberater übernehmen darüber hinaus das Erstellen der Beihilfeanträge für ihre Mandanten, der Erstattungsanträge bei Krankenversicherungen und anderen Kostenträgern, das Erstellen von Anträgen für geplante Psychotherapie, Heilkuren und Kuraufenthalte sowie Anträge auf Kostenvorschüssen bei stationären Klinikaufenthalten und auf Leistungen der Pflegeversicherung. Zu guter Letzt überprüfen Beihilfeberater Beihilfe-, Kassen- und Pflegebescheide, unterstützen ihre Mandanten bei der Verhandlungen mit Kostenträgern, übernehmen die Korrespondenz mit Ärzten und Kostenträgern und vertreten die Mandanten vor Behörden, Krankenversicherungen und Ärzten.

Wie es der Name sagt, beraten Beihilfeberater auch. Dabei geht es um Eigenbeteiligung, Kürzungen der Kostenträger, in Sachen Kostendämpfungspauschale und Medikamenteneigenbeteiligung. Weil der Beihilfeberater für die Richtigkeit der Beihilfeberatung haftet, ist es wichtig, dass eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen wird.

Und was genau ist Beihilfe? Dabei handelt es sich um eine finanzielle Unterstützung in Geburts-, Krankheits-, Pflege- und Todesfällen für Beamte, Berufs-Richter und Beamte sowie deren Kinder und Ehepartner – falls diese nicht sozialversicherungspflichtig sind. Wer auf welche Leistungen Anspruch hat, wissen nur die wenigsten. Deswegen ist es wichtig, dass es Beihilfeberater gibt, die sich mit dem Paragraphendschungel auskennen und eine Übersicht über die Beihilfevorschriften, Pflegeversicherung und Versicherungstarife haben.

Wie sieht es mit der Abrechnung aus, wer zahlt die Arbeit des Beihilfeberaters? Die Arbeit eines Beihilfeberaters basiert auf einem Dienstvertrag mit dem Mandanten, der laut §145 des Bürgerlichen Gesetzbuchs nicht an eine Form gebunden ist und ohne ausdrückliche Vereinbarung durch schlüssiges Handeln zustande kommen kann. Ein beauftragter Beihilfeberater schließt dabei mit seinem Mandanten einen Dienstvertrag, der gemäß Paragraph 611–630 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zur Leistung der versprochenen Dienste (Bemühen um Kostenerstattung im gegenseitigen Einverständnis) und den Mandanten zur Bezahlung einer Vergütung verpflichtet.

 

Die Höhe des zu zahlenden Honorars richtet sich in der Regel nach dem Alter des jeweiligen Mandanten, der Anzahl der beihilfeberechtigten Personen sowie dem Gesundheitszustand. Ansonsten resultiert die Höhe der üblichen Vergütung aus den Bestimmungen der Leistung nach billigem Ermessen (verglichen Paragraph 315 BGB). Wichtig ist dabei, dass die Gewährung der Vergütung, ebenso wie bei allen anderen Dienstverträgen, nicht abhängig von einem Erfolg ist. Allerdings ist der Beihilfeberater verpflichtet zu einer gewissenhaften Beratung unter Beachtung seiner Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht.